Wenn man gar nicht weiß, was man erzählen soll
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“
Diesen Satz dürfen Sie gerne mitbringen, wenn Sie zu mir kommen.
Sie müssen sich auf ein therapeutisches Gespräch nicht vorbereiten. Sie brauchen keine fertige Erklärung dafür, warum es Ihnen gerade nicht gut geht. Und Sie müssen auch nicht vorher überlegen, was Sie in der Stunde alles erzählen möchten.
Manchmal wissen wir sehr genau, was uns belastet. Manchmal spüren wir aber nur: Irgendetwas stimmt nicht. Ich bin erschöpft. Unruhig. Traurig. Unzufrieden. Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Oder ich erkenne mich selbst gerade nicht so richtig wieder.
Auch damit kann ein Gespräch beginnen.
Meine Aufgabe ist es nicht, darauf zu warten, dass Sie mir eine möglichst gut sortierte Geschichte erzählen. Wir können gemeinsam herausfinden, was gerade wichtig ist. Ich höre zu, frage nach und manchmal ergibt sich aus einem einzigen Gedanken plötzlich der nächste.
Und es darf auch still werden.
Eine Pause ist kein Zeichen dafür, dass ein Gespräch nicht funktioniert. Manchmal braucht ein Gedanke ein bisschen Zeit, bevor er Worte findet. Manchmal muss auch gar nicht jede Stille gefüllt werden.
Sie dürfen also zu mir kommen, ohne zu wissen, wo Sie anfangen sollen.
Sie müssen weder die richtigen Worte noch eine fertige Geschichte mitbringen.
Wir können dort anfangen, wo Sie gerade sind.


