Mit den Händen zur Ruhe kommen

Manchmal ist der Kopf einfach zu voll.

Gedanken kreisen, die innere To-do-Liste wird länger und selbst in ruhigen Momenten fällt es schwer, abzuschalten. Vielleicht müssen wir dann gar nicht versuchen, unsere Gedanken zur Ruhe zu bringen.

Manchmal hilft es, die Hände zu beschäftigen.

Stricken, nähen, malen, töpfern oder im Garten arbeiten – bei solchen Tätigkeiten kann der Kopf ein wenig leiser werden. Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit bei dem, was gerade vor uns liegt: bei der nächsten Masche, dem Ton unter unseren Händen, den Farben auf dem Papier oder der Erde im Garten.

Nicht gestern. Nicht morgen. Sondern jetzt.

Das Gedankenkarussell muss deshalb nicht verschwinden. Aber vielleicht dreht es sich ein bisschen langsamer.

Beim kreativen Tun geraten wir schnell wieder in eine Falle: Wir möchten es besonders gut machen.

Dabei geht es gar nicht unbedingt um das Ergebnis. Wir dürfen ausprobieren, Fehler machen, wieder auftrennen, übermalen oder neu beginnen. Es muss nicht perfekt sein, um uns gutzutun.

Und noch etwas kann wohltuend sein: Unter unseren Händen entsteht etwas.

Aus Wolle wird ein Schal, aus Ton eine Schale, aus Samen wachsen Blumen. Gerade wenn wir manches in unserem Leben nicht verändern können, erleben wir hier: Ich kann etwas gestalten.

Dafür müssen Sie weder besonders kreativ noch künstlerisch begabt sein.

Vielleicht nehmen Sie einen Stift und ein Blatt Papier. Ein paar Maschen Wolle. Ein Stück Stoff. Etwas Ton. Oder Sie gehen hinaus in den Garten.

Nicht mit dem Anspruch, etwas Besonderes zu erschaffen. Sondern einfach, um für eine Weile etwas mit Ihren Händen zu tun.

Und vielleicht stellen Sie irgendwann fest, dass es stiller geworden ist.

Nicht unbedingt um Sie herum.

Aber ein kleines bisschen in Ihnen.

Published On: 23. September 2026By